Struktur

Grundlegend für die Vision Werk Klybeck ist das demokratische System. Allen beteiligten Personen soll die Partizipation möglich sein. Die Organisationsstruktur spielt dabei eine bedeutende Rolle. Damit die Langfristigkeit des Projektes gewährt ist und möglichst keine Interessenskonflikte oder „Vetterliwirtschaft“ entstehen, ist eine Aufteilung der Aufgaben in verschiedene Gefässe angedacht.
Entstehen soll ein Verein für die Partizipation der Nutzerinnen und Nutzer, eine Dachgenossenschaft für Verwaltung und Unterhalt sowie im Idealfall eine Stiftung, welche das Areal besitzt und dieses im Baurecht an die Dachgenossenschaft weitergibt.

Ein Verein für alle NutzerInnen
Für eine aktive Teilhabe und Mitbestimmung soll der Verein entstehen. Dieser funktioniert nach dem basisdemokratischen Prinzip. Hier werden gemeinsame Diskussionen geführt und Entscheidungen getroffen. Dazu werden Plena oder Infoabende veranstaltet. Ebenso organisiert der Verein die gemeinschaftlichen Nutzungen wie beispielsweise die Kantine, die Wäscherei, die Tagesstätte oder einen Wochenmarkt.
Mitglieder, die Dienstleitungen des Vereins zu vergünstigten Konditionen beziehen, verpflichten sich zur gemeinnützigen Arbeit.
Alle NutzerInnen (natürliche sowie juristische) sind Mitglied des Vereins und können sich hier einbringen. Entscheidungen des Vereins sind  auch für die Dachgenossenschaft bindend.

Eine Dachgenossenschaft für die Gebäudeverwaltung
Die Dachgenossenschaft vermietet und verwaltet alle Räume. Sie baut, unterhält, repariert, verwaltet und kümmert sich um Finanzen und Juristisches. Alle MieterInnen (auch Genossenschaften) sind Mitglied der Dachgenossenschaft.

Eine Stiftung für den Boden
Sollte es möglich sein, Grund und Boden zu erwerben, werden diese Vermögenswerte in die Stiftung eingebracht. Die Stiftung wird damit zur Besitzerin des Areals, welches dann auch langfristig für die im Stiftungszweck beschriebene Nutzung gesichert ist. Die Stiftung würde das Areal im Baurecht der Dachgenossenschaft abtreten.

Finanzen

Finanzierung der Gebäude und Infrastruktur
Da eine Partizipation der Mieter gewünscht ist, soll die Finanzierung der Gebäude und der gemeinsamen Infrastruktur über die Dachgenossenschaft erfolgen. Mit den Genossenschaftsanteilen der Mieter und mit Darlehen werden die bereits bestehenden Häuser umgebaut und saniert. Der Bau weiterer Gebäude kann entweder über die Stiftung, die Dachgenossenschaft oder über andere Genossenschaften erfolgen.

Finanzierung Betrieb
Der Betrieb soll vornehmlich über die Mieten finanziert werden. Ein kleinerer Teil wird auch über die Dienstleitungen, welcher der Verein anbietet, bestritten. Es ist denkbar, dass dieser Leistungsvereinbarungen mit Dritten eingeht. Um gegenseitige Dienste innerhalb des Projektes intern abrechnen zu können, kann zusätzlich ein eigenes Zahlungssystem eingeführt werden.

Finanzielle Solidarität
Damit die Räume zu fairen Bedingungen gemietet werden können, gibt es verschiedene Ausgleichs-Fonds. Denkbar sind hier:
Der Pflichtdarlehensfonds kann einspringen, wenn der Genossenschaftsbeitrag zu hoch ist. In Notfällen bei Mietengpässen kann ein Beitrag vom Notfallfonds beantragen. Ein Solidaritätsfond spricht monatliche Subventionen bei schwachen Einkommen. Über einen Projektfonds können finanzschwache Projekte subventioniert werden.