INTRO

2013 gab die BASF ihren Rückzug aus dem Werk Klybeck bekannt. Im Zuge dieser Neuausrichtung plant der Konzern das Areal zu verkaufen. Damit stehen einem grossen Gebiet in Basel grosse Veränderungen bevor.

Update, 24. Mai 2016: Die südliche Hälfte des Klybeck wird sich von einem geschlossenen Industrieareal zu einem lebendigen, durchmischten Stadtquartier entwickeln. Die Grundeigentümerinnen BASF und Novartis haben sich mit dem Kanton Basel-Stadt zusammengeschlossen, um diese Entwicklung gemeinsam voranzubringen.

Der Verein “Vision Werk Klybeck” (VWK) reagiert auf diese zukünftige Umstrukturierung: Wir sehen diese Veränderungen als Chance für eine zukunftsweisende Quartier- und Stadtentwicklung, welche die Ressourcen und Ideen der BewohnerInnen aktiv miteinbezieht. Deshalb haben wir ein Zukunftsszenario für die Nutzung des nördlichen Abschnitts der Parzelle 3090 erarbeitet, welches wir hier als „Vision Werk Klybeck“ präsentieren möchten.

Vision_Werk_Klybeck_01

Die Parzelle 3090 grenzt im Norden an die Klybeckstrasse und die Häuser der Wohngenossenschaft Klybeck (WGK), im Süden an die arealinterne Verlängerung der Mauerstrasse und dem dahinterliegenden Industriegelände.
Die Vision Werk Klybeck möchte auf dem nördlichen Abschnitt dieser Parzelle das Neben- und Miteinander von urbanen und experimentellen Lebensentwürfen in den Bereichen Wohnen, Arbeiten, Gewerbe und Soziokultur ermöglichen. Diese Mischnutzung bildet ein flexibles und kreatives Scharnier sowohl zur bestehenden Industrie als auch zum benachbarten Wohnquartier.

Vision_Werk_Klybeck_Etappen

Die Vision Werk Klybeck entsteht prozesshaft: Per sofort liesse sich beispielweise der Parkplatz bespielen oder die zwei an den Parkplatz angrenzenden Gebäude für Werken, Gewerbe und soziokulturelle Aktivitäten umnutzen; weitere Zugänge, Umbauten, Wohn- und Neubauten würden etappiert in Angriff genommen.

So kann eine lebendige, artenvielfältige Nutzungsstruktur auch räumlich wachsen.
Durch die Umnutzung bestehender Gebäude, genossenschaftlichem Wohnungsbau sowie Selbstorganisation und aktiver Partizipation schaffen wir bezahlbare Arbeitsstätten und günstige Wohnmieten – und viel Raum für Innovation und Gemeinschaftlichkeit.

Der städtische Kontext Basel, mit seiner kontinuierlichen Geschichte der bottom-up organisierten Zwischen- und Umnutzungen hat viel Know-how und Langzeiterfahrung in der Umsetzung solcher Projekte generiert und eignet sich deshalb bestens für ein Laboratorium dieser Grösse.

Die Vision Werk Klybeck nährt sich aus den Erfahrungen von Werkraum Warteck pp, Werkraum Schlotterbeck und bezieht sich auf die Erfahrungen von Projekten wie Kiosk AG, nt-Areal, Unternehmen Mitte, Gundeldingerfeld und Walzwerk Münchenstein.
Und sie nimmt freudig die aktuellen Entwicklungen wahr von: Neustart Schweiz, NeNa1, LeNa. Kraftwerk 1+2, Kalkbreite, Transition Town, Zimmerfrei, Gnischter, wohnen und mehr, Mehr als Wohnen, Mietshäuser Syndikat und all den Vielen mehr, die Elinor Ostroms trefflichen Worten Taten folgen lassen wollen:

Zukunft einer sinnvollen Nutzung der Gemeingüter in einer Partizipation aller Akteure:
Keine Regierung der Welt kann die ganze Palette an Wissen, Instrumenten und Sozialkapital entwickeln, die nötig ist, um nachhaltige Entwicklungsprozesse zu fördern. All diese Dinge müssen ständig an die kulturellen und ökologischen Verhältnisse vor Ort angepasst werden. Das ist eine gewaltige Aufgabe, weshalb ich folgendes zu behaupten wage: Jeder noch so umfassende Massnahmenkatalog, der in einem grossen Territorium Anwendung finden soll, ist zum Scheitern verurteilt. Denn grosse Territorien haben immer kleine Nischen. Die Bedingungen an einem Ort dieses Territoriums können von denen an einem anderen Ort desselben Territoriums sehr verschieden sein. Eine wesentlich erfolgreiche Strategie besteht demnach darin, die Fähigkeiten der Menschen zur Selbstorganisation und zur Kooperation zu stärken. Es sind nämlich die Nutzer selbst, die vor Ort den besten Einblick in die konkreten Bedingungen haben. Dieses Vorgehen ist sinnvoller, als nach theoretischen optimalen institutionellen Lösungen zu suchen.
Elinor Ostrom: Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften, Professorin für Politikwissenschaften, engagierte Commons-Forscherin,
(Text: Krug, Hermann-Josef, Möglichkeitsräume gestalten, S.256, Transcript Verlag)

Beteiligte, Vision Werk Klybeck: Daniel Reichmuth, Mitglied Wohngenossenschaft Klybeck / ehemalig Werkraum Warteck pp / Werkraum Schlotterbeck, Maurits de Wijs, Fonds Werkraum Warteck pp, Nadia Stöcklin, ehemalig Fonds Werkraum Warteck pp, Fritz Rösli Präsident Werkraum Warteck pp, Christoph Scheidegger, Architekt / Neubasel, Sibylle Hauert Wohngenossenschaft Klybeck, Martin Thüring Vorstand Werkraum Warteck pp, Ivo Balmer Soziologe / Mietshäuser Syndikat BS, Christoph Moerikofer

mit herzlichen Dank für die Mitarbeit, Gespräche und Austausch: Martin Brändle und Martina Kausch Wohnerweiterung WGK, Master-Studiengang Architektur FHNW-2014 allen Dozenten und Studenten, Tilman Glatz Architekt, Reto Keller Architekt, Ronald Wütrich Projektentwickler Schlotterbeck / Kiosk AG, Martin Josephy Architekt/ Stadtplaner, Philippe Cabane Stadtplaner / Projektentwickler nt-Areal, Aline Diouf Quartiertreffpunkt Kleinhüningen

Fonds Werkraum Warteck, Wohngenossenschaft Klybeck, Wohngenossenschaft Gnischter

 

 

 

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